Zum Inhalt springen
Anleitungen8 Min. Lesezeit20. Juli 2026
Peter Amelang
Von Peter Amelang

Was kostet Laden 2026 wirklich? Preise von Ionity, EnBW, Tesla & Co

Ein ehrlicher Vergleich der grossen Ladenetze in Deutschland: Tarife, Abos und wann sich welches Modell rechnet.

Tesla am Supercharger mit aufgebautem Frunkly-Tisch während Ladestopp

Wer 2026 ein Elektroauto fährt, hat die Qual der Wahl. Ionity, EnBW, Vattenfall, Tesla. Jeder Anbieter wirbt mit günstigen Preisen, Abos und Vorteilen. Doch was kostet eine Kilowattstunde wirklich? Und ab wann lohnt sich welches Modell? Wir haben uns die aktuellen Tarife angeschaut und rechnen ehrlich nach, statt nur Werbeversprechen zu wiederholen.

Was sich 2026 verändert hat

Der wichtigste Schritt im Jahr 2026 kam von Ionity. Im Februar 2026 senkte der Anbieter, der lange als teuer galt, seine Preise spürbar. Der Ad-hoc-Tarif liegt jetzt bei 0,69 EUR pro kWh, der App-Tarif bei 0,66 EUR pro kWh.

Das klingt erstmal nach wenig, ist aber ein klares Signal: Der Wettbewerb unter den High-Power-Chargern (HPC) wird härter. EnBW bleibt mit dem Standardpreis von 0,56 EUR pro kWh weiterhin günstiger, doch Ionity macht Boden gut, besonders für Vielfahrer mit Abo.

Auch Vattenfall InCharge mischt mit DC-Preisen zwischen 0,44 und 0,49 EUR pro kWh aggressiv mit. Wer regelmäßig unterwegs ist, sollte die Tarife jährlich neu vergleichen.

Die wichtigsten Tarife auf einen Blick

AnbieterTarifGrundgebührPreis pro kWh
IonityAd-hockeine0,69 EUR
IonityAppkeine0,66 EUR
IonityMotion 36559,99 EUR/Jahr0,49 EUR
IonityPower 365119,99 EUR/Jahr0,39 EUR
EnBWStandard (S)keine0,56 EUR (DC + AC)
EnBWVielfahrer (L)11,99 EUR/Monat0,39 EUR (DC)
VattenfallInCharge DCkeine0,44 bis 0,49 EUR
Tesla SuperchargerTesla-Fahrerkeineca. 0,39 bis 0,55 EUR (je Standort/Uhrzeit)

Alle Preise Stand Mitte 2026. Tesla-Preise variieren stark nach Standort und Tageszeit, für Nicht-Tesla-Fahrer liegen die Preise typischerweise höher.

EnBW: Der Marktführer im Detail

EnBW betreibt das größte Schnellladenetz Deutschlands und ist für viele die erste Wahl. Der Standardtarif (S) kostet 0,56 EUR pro kWh, ohne Grundgebühr, sowohl an DC-Schnellladern als auch an AC-Säulen. Das macht ihn besonders einfach: ein Preis, eine App, keine versteckten Kosten.

Für Vielfahrer gibt es den Tarif L: 11,99 EUR pro Monat Grundgebühr, dafür 0,39 EUR pro kWh an DC-Ladern. Die spannende Frage ist: ab wann lohnt sich das?

Die Rechnung ist einfach. Pro kWh sparst du 0,17 EUR (0,56 minus 0,39). Die monatliche Grundgebühr von 11,99 EUR ist bei rund 70 kWh erreicht (11,99 geteilt durch 0,17 = 70,5). Fährst du also mehr als etwa 70 kWh pro Monat über EnBW DC-Lader, lohnt sich der L-Tarif. Das entspricht ungefähr einem vollen Ladezyklus bei einem Model Y.

Laden an einem Schnelllader während der Pause

Ionity: Lohnt sich das Abo?

Ionity bietet zwei Jahresabos an, und beide klingen attraktiv. Aber rechnen wir ehrlich nach.

Motion 365 kostet 59,99 EUR pro Jahr, danach zahlst du 0,49 EUR pro kWh statt 0,66 EUR im App-Tarif. Die Ersparnis beträgt 0,17 EUR pro kWh. Die jährliche Grundgebühr von 59,99 EUR ist bei 353 kWh erreicht (59,99 geteilt durch 0,17). Wer also mehr als etwa 353 kWh pro Jahr an Ionity-Säulen lädt, fährt mit Motion 365 günstiger.

Power 365 kostet 119,99 EUR pro Jahr und senkt den Preis auf 0,39 EUR pro kWh. Gegenüber dem App-Tarif sparst du 0,27 EUR pro kWh. Break-even: 119,99 geteilt durch 0,27 = etwa 445 kWh pro Jahr. Gegenüber Motion 365 sparst du 0,10 EUR pro kWh, der Aufpreis von 60 EUR pro Jahr lohnt sich also ab 600 kWh über Motion hinaus, also ab insgesamt knapp 1.000 kWh pro Jahr an Ionity-Säulen.

Für die meisten Fahrer, die Ionity nur auf Langstrecken nutzen, ist Motion 365 die realistischere Wahl. Power 365 lohnt sich nur, wenn du regelmäßig große Strecken fährst und Ionity bevorzugst.

Welcher Anbieter für welchen Typ?

Wenigfahrer (unter 5.000 km/Jahr): EnBW Standard (S). Keine Grundgebühr, einfache Abrechnung, dichtes Netz. Pendler mit Heimladen, gelegentlich Langstrecke: EnBW S oder Vattenfall InCharge. Beide ohne Grundgebühr, beide mit fairen DC-Preisen. Vielfahrer über EnBW (mehr als 70 kWh/Monat DC): EnBW Vielfahrer (L). Break-even ist schnell erreicht. Langstrecken-Reisende, regelmäßig Ionity: Motion 365 ab etwa 353 kWh/Jahr, Power 365 erst ab knapp 1.000 kWh/Jahr. Tesla-Fahrer: Supercharger nutzen, dort sind die Preise für Tesla meist am günstigsten.

Tesla Supercharger für Nicht-Tesla?

Tesla öffnet sein Supercharger-Netz seit einigen Jahren schrittweise für Nicht-Tesla-Fahrer. Die Preise variieren stark nach Standort und Tageszeit. Für Tesla-Fahrer liegen sie typischerweise zwischen 0,39 und 0,55 EUR pro kWh in Deutschland, für Nicht-Tesla-Fahrer ist es spürbar teurer, es sei denn, du buchst ein monatliches Abo in der Tesla-App.

Der Vorteil: Supercharger sind in der Regel zuverlässig, schnell und gut erreichbar an Autobahnen. Der Nachteil für Nicht-Tesla: Kabel und Stellplatz sind auf Tesla-Layout optimiert, was an manchen Säulen umständlich sein kann.

Für Tesla-Fahrer selbst bleibt der Supercharger oft die günstigste und stressfreieste Option auf Langstrecke, gerade wenn der Bordcomputer die Ladestopps automatisch plant.

FAQ

Welcher Anbieter ist 2026 wirklich am günstigsten?
Pauschal gibt es keinen Sieger. Ohne Abo ist Vattenfall InCharge mit 0,44 bis 0,49 EUR pro kWh DC oft am günstigsten, EnBW Standard mit 0,56 EUR liegt knapp dahinter und hat das größere Netz. Mit Abo werden EnBW L und Ionity Power 365 (beide 0,39 EUR/kWh) am attraktivsten, sofern du genug lädst.
Lohnt sich ein Ladeabo, wenn ich meistens zu Hause lade?
Eher nicht. Wer 80 bis 90 Prozent zu Hause lädt und unterwegs nur ein paar Mal pro Jahr nachladen muss, kommt mit einem Standardtarif ohne Grundgebühr (EnBW S, Vattenfall InCharge) besser weg. Abos lohnen sich erst, wenn du regelmäßig öffentlich lädst.
Sind die Ionity-Preissenkungen vom Februar 2026 dauerhaft?
Ionity hat die neuen Preise als reguläre Tariflanpassung kommuniziert, nicht als Aktion. Eine Garantie gibt es natürlich nicht, aber es ist davon auszugehen, dass die Preise mittelfristig stabil bleiben.
Kann ich Supercharger ohne Tesla nutzen?
Ja, an den meisten Standorten in Deutschland. Du brauchst die Tesla-App, dort werden die Preise angezeigt. Für Nicht-Tesla sind die Preise höher als für Tesla-Fahrer, ein optionales Abo in der App kann sie senken.
Welche Rolle spielt der Standort beim Preis?
Bei Tesla und teils auch bei anderen Anbietern variieren die Preise je Standort und manchmal je Tageszeit. EnBW und Ionity haben dagegen einheitliche Tarife, was die Planung deutlich vereinfacht.

Fazit

Die Ionity-Preissenkung im Februar 2026 hat Bewegung in den Markt gebracht, aber EnBW bleibt für die meisten Fahrer die erste Wahl. Standardtarif ohne Grundgebühr für Wenigfahrer, Vielfahrertarif ab etwa 70 kWh pro Monat. Wer regelmäßig auf Langstrecke geht und Ionity bevorzugt, sollte Motion 365 ab etwa 353 kWh pro Jahr in Erwägung ziehen.

Vattenfall InCharge ist ein heimlicher Tipp für alle, die ohne Abo günstig DC laden wollen. Tesla-Fahrer bleiben mit dem Supercharger-Netz weiterhin im Vorteil, für Nicht-Tesla lohnt es sich nur bei passendem Standort.

Rechne ehrlich nach, wie viel du wirklich öffentlich lädst. Abos klingen attraktiv, sind aber nur dann ein gutes Geschäft, wenn du den Break-even auch tatsächlich erreichst.

Quellen: LadeStationGuru 2026, elektroautofahrer.net 2026, wirkaufendeinethg.de Februar 2026, voylt.com 2026.

Peter Amelang

Peter Amelang

Gründer von Frunkly, Tesla-Fahrer und Outdoor-Enthusiast aus Hamburg. Wenn er nicht gerade an neuen Produktideen tüftelt, findest du ihn mit Hund im schönen Schweden.

Jetzt verfügbar

Bereit für dein nächstes Abenteuer?

Dein Tesla kann mehr. Mit Frunkly verwandelst du deinen Frunk in Sekunden in einen praktischen Arbeitsplatz.

Aufbau in Sekunden14 Tage RückgabeWeltweiter Versand
Häufige FragenKontakt